Jahresbericht 2020

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INDIOHILFE ECUADOR

JAHRESBERICHT 2020

Liebe Indiofreunde,

das Coronavirus hat auch bei uns das Leben sehr verändert. Ich will aber im Jahresbericht nicht das Negative hervorheben, sondern das Positive, das durch diese Krise durch uns verwirklicht wurde.
Bis zum 15. März lief alles wie gewohnt (Kurse für Küche, Imkerei, Schweißerei, Metzgerei, Verkauf auf dem Markt, Landwirtschaft). Dazu kam Hilfe für behinderte Kinder und Sozialhilfe.
Ab 18. März begann eine strikte Quarantäne für 3 Monate: absoluter Stillstand und Verlust von Arbeitsplätzen. Die Landgemeinden wurden komplett isoliert; keiner durfte rein, keiner durfte raus. Das Virus breitete sich trotzdem weiter aus.

Die Menschen waren ratlos und ihre wenigen Ersparnisse waren nach einem Monat aufgebraucht.

Auf die Indiohilfe setzten viele Arme ihr Vertrauen. Wir versuchten die Epidemie zu bremsen. Da die Hygiene ein sehr großes Problem ist, haben wir angefangen, den Menschen zu lernen, wie man richtig die Hände wäscht. In den von uns betreuten Landgemeinden haben wir alle Häuser desinfiziert.

Nachdem von außen nichts mehr in die Gemeinden kam, haben wir eigene Märkte organisiert und die interne Dorfwirtschaft bekam einen großen Aufschwung. Bäckereien und kleine Baumärkte wurden gegründet. Gemüsegärten und kleine Karpfenteiche wurden angelegt. Die Meerschweinchenzucht wurde besonders vorangebracht. Für die Landbevölkerung war die Selbstversorgung ein positiver, nachhaltiger Effekt.

Für die Tagelöhner und Handwerker, die plötzlich ohne Einkommen dastanden, gaben wir finanzielle Hilfe bzw. Arbeit. So konnten Särge für Corona-Opfer gezimmert werden. Außerdem haben wir Hochbeete gebaut und Bäume gepflanzt. Auf der einen Seite verdienten sie etwas, auf der anderen lernten sie viel dazu.

Ein großes Problem für die Landbevölkerung war die Schließung der Schulen. Da die armen Kinder weder Internet noch Computer haben, richteten wir ein Zentrum für Schulkinder ein. Wir druckten Hausaufgaben aus, die tagtäglich jeweils von einer Person aus verschiedenen Gemeinden abgeholt und verteilt wurden. Damit verloren sie nicht das Schuljahr.

Kinder, die Schwierigkeiten hatten, da die Eltern weder lesen noch schreiben können, erhielten in unserer Lehrlingswerkstätte Nachhilfe. Die Kinder wurden auch mit Essen versorgt, da viele sehr schlecht ernährt waren. Unter strengsten Sicherheitsregeln wurden die Kinder mit einem eigenen Bus abgeholt und wieder nach Hause gebracht. Mit unserer Hilfe hatten diese Kinder wesentlich bessere Noten als im Vorjahr.

In der Landwirtschaft wurde der Meerschweinchenstall modernisiert. Ansonsten kamen Karpfenzucht, Rindermast, Legehühner und Kükenbrutkästen dazu.
Im Garten wurden Setzlinge für Kleingärten und Humus für Gemüseanbau produziert.

Dank Eures Vertrauens und unserer unbürokratischen Arbeitsweise konnten wir vielen Menschen in der Coronazeit helfen und ihnen Lichtblicke für die Zukunft geben.

Ein herzliches Vergelt’s Gott im Namen aller Indios

Euer


PRIESTERHILFE

In Ecuador haben die Priester kein festes Einkommen. Sie leben von dem, was sie für Messen, Taufen, Hochzeiten etc. erhalten. Als der Lockdown begann, wurden die Kirchen geschlossen. Es gab keine Messen mehr. Sogar die kirchlichen Beerdigungen fielen aus. Die Toten wurden entweder verbrannt oder kurz nach dem Tod sofort ohne Beisein von Angehörigen beerdigt. Dadurch fiel für die Priester die finanzielle Grundlage aus. Hier half die Priesterhilfe vor allem in den armen Pfarreien.

Die Beiträge für die Kranken- und Rentenversicherung der Karmelitinnen übernahm die Priesterhilfe. Allen, die die Priesterhilfe unterstützten, sage ich im Namen der Priester und Ordensfrauen ein herzliches Vergelt’s Gott.


Liebe Indiofreunde,

das Ziel jeder Entwicklungshilfe muss die Selbstständigkeit sein. Wir sind im 40. Jahr unserer Indiohilfe und werden in der nächsten Zeit das allermeiste aus unserer Verantwortung geben. Die Schwerpunkte unserer Hilfe waren Bildung und Ausbildung und da haben wir Tausenden die Möglichkeit gegeben, eine von unseren über 40 Schulen zu besuchen und in der Lehrlingswerkstätte einen Beruf zu erlernen. Die Schulen haben wir alle schon in die Eigenverantwortung der Gemeinden gegeben und nun werden wir auch die Lehrlingswerkstätte und alles, was wir in Guaranda aufgebaut haben, in die Hände von Einheimischen übertragen. Nach 40 Jahren ist das auch gut so. Mein Bruder Max wird heuer 70 Jahre und ich 68 Jahre alt. Wir haben mehr erreicht, als wir uns vorgestellt haben. Es hat sich so viel zum Positiven entwickelt und die Fortschritte sind enorm, die durch unsere Arbeit erreicht wurden. Die Indiohilfe ist eine Erfolgsgeschichte, weil so viele Indiofreunde großes Vertrauen in meinen Bruder und mich gesetzt haben und unsere Arbeit großherzig unterstützten. Dafür sage ich Euch ein herzliches Vergelt’s Gott. Ohne Euch wäre unsere Indiohilfe nicht möglich gewesen.
Die direkte Hilfe ohne Verwaltungskosten in Deutschlang (für fast 60.000 Briefe haben meine Haushälterin und ich die Portokosten übernommen) hat viele überzeugt. Wenn 100 % der Spendengelder dort ankommen, wo sie gebraucht werden, ist das ganz im Sinn aller.

Die Indiohilfe geht aber in einem kleinen Bereich weiter. Meine Nichte Gaby, die Landwirtschaft studiert hat, wird in Vinchoa ein Frauenprojekt weiterführen. Dort sollen Frauen ausgebildet werden in Schaf- und Meerschweinchenzucht und im Anbau von Gemüse (abwechslungsreiche Ernährung), damit sie zum Lebensunterhalt der Familie viel beitragen können. Dazu brauchen wir aber weniger Geld (ich denke so 20 % von dem bisherigen Etat). Mein Bruder und ich sind der Überzeugung, dass Ihr so viel beigetragen habt, dass die Indios ein menschenwürdigeres Leben haben als vor 40 Jahren und dass in anderen Ländern die Not größer ist.
Wenn jemand weiterhin spendet, wird das Frauenprojekt von Gaby, der Tochter meines Bruders, finanziert. Was darüber hinausgeht, werde ich an Projekte übergeben, die ich für unterstützungswürdig halte. Jeder sollte aber auch selber nach geeigneten Projekten schauen.

Eigentlich wollte ich zum 40jährigen Gründungsjubiläum ein Indiofest veranstalten, das aber in Coronazeiten schwierig ist. Ich lade aber im kleinen Rahmen zu einem Treffen ins Pfarrheim Stallwang (Kirchberg 16, 94375 Stallwang) ein, um Indiofreunde zu begegnen und ich werde viele Dinge (u. a. Holzkrippen und Figuren aus Ecuador) zum Mitnehmen für eine kleine Spende anbieten. Pils, Sekt und Orangensaft spendiere ich. Da der Platz im Pfarrheim begrenzt ist, bitte ich unbedingt um telefonische Anmeldung (09964 – 60066 oder 0171 – 8813159).

Termine: Samstag, 18. Sept. 2021 von 13 – 16 Uhr und Sonntag, 19. Sept. von 13 – 16 Uhr. Wenn die beiden Termine voll sein sollten, biete ich auch noch den 24. oder 25. Sept. an.

Wenn ich auf die 40 Jahre zurückschaue, dann bin ich stolz auf Euch, liebe Indiofreunde, ich danke Gott, dass er unsere Arbeit mit seinem Segen begleitet hat, ich bin dankbar meinem Bruder, seiner Familie und meiner Haushälterin für die fruchtbare Arbeit und ich freue mich, dass wir große Not lindern und wesentlich zu Entwicklung der Provinz Bolivar beitragen konnten. Was wir durch Bildung und Ausbildung erreicht haben, das kann keiner den Indios nehmen. Almosen verpuffen, Bildung und Ausbildung haben Langzeitwirkung.

Ich wünsche Euch Gottes Segen und Gesundheit,
in großer Dankbarkeit und tiefer Verbundenheit
Euer Pfarrer


P.S. Die Priesterhilfe und die Unterstützung der Karmelitinnen läuft weiter.


Kontakt

Adresse

Pfarrer Werner Gallmeier
Kirchberg 22
94375 Stallwang

Tel.: 09964/60066
Fax: 09964/60068
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Homepage www.pfarrei-stallwang.de
Spendenkonto
Indiohilfe

IBAN: DE 41 7509 0300 0101 1714 53
BIC: GENODEF 1 M05

Spendenkonto
Priesterhilfe
IBAN: DE 30 742 500 000 240 261 255

 

– Spendenquittungen können ausgestellt werden -